Jugendschutz: Der letzte macht das Licht aus (I)

Der Beitrag wurde am 23. Februar 2005 von Oliver veröffentlicht

Als Anbieter von erotischen Inhalten für Erwachsene hat man es nicht leicht in Deutschland. Seit dem Inkrafttreten des aktuellen JMStV (Jugendmedienschutz Staatsvertrag) geht es jedoch noch weiter bergab mit der Branche. Immer mehr Unternehmen aus dem Online Erotikbereich befreien sich aus den Fesseln des deutschen Intranets und den Zwangsketten der vermeintlichen Jugendschützer und Weltverbesserer und ziehen hinaus in fremde und freie Länder, in denen endlich wieder ein produktives und vor allem legales Arbeiten möglich ist. Der momentane absolut kontraproduktive Jugendschutz, welcher seitens der KJM (Kommission für Jugendmedienschutz) betrieben wird, treibt legal und seriös arbeitenden Unternehmen vermehrt ins das Ausland. Diese Unternehmen ziehen – vollkommen zurecht – die Notbremse und verabschieden sich samt den Steuer- und Umsatzmillionen aus Deutschland, wo sie in die Illegalität getrieben werden. Morgendliche Begrüßungen a`la „Guten Morgen, Kriminalpolizei, machen Sie bitte die Tür auf, wir haben einen Durchsuchungsbefehl”, gehören für deutsche Webmaster mittlerweile ebenso zur Arbeit, wie z.B. Einstweilige Verfügungen von Mitbewerbern wegen dem vermeintlich „falschen” Jugendschutzsystem.

Gerade hat sich die Branche mit dem Schock „Face-to-Face” mehr schlecht als recht abgefunden und versucht dort noch zu retten was geht, da kommt auch schon die nächste Hiobsbotschaft von Dr. Ring und seinen Jugendschützern aus München. Der neuste Coup der Kommission nennt sich jetzt “gemeinsame Richtlinien der Landesmedienanstalten zur Gewährleistung des Schutzes der Menschenwürde und des Jugendschutzes”, ist “noch” ein Entwurf und wird uns viele neue Richtlinien und Regulierungen bringen. Hier einige kurze Auszüge aus dem Papier:

Unnatürlich geschlechtsbetonte Körperhaltung (§ 4 Abs. 1 Satz 1 Nr. 9 JMStV) 2.2.2 Unnatürlich ist eine geschlechtsbetonte Körperhaltung insbesondere wenn beim Betrachter der Eindruck eines sexuell anbietenden Verhaltens in einer Weise erweckt wird, die dem jeweiligen Alter der dargestellten Person nicht entspricht. Hierbei sind auch die dargestellte Situation und der konkrete Gesamteindruck der Darstellung im Einzelfall zu berücksichtigen. Es ist nicht maßgeblich, ob die gezeigte Person tatsächlich noch nicht 18 Jahre ist, sondern ausschlaggebend ist der Eindruck, der für den Betrachter entsteht.

Das würde nun folgendes bedeuten: Nehmen wir mal an, wir bieten Bilder an auf denen eine auf dem Personalausweis 25-jährigen Dame erotisch abgebildet ist. Je nach Betrachter mag diese dem einen nun als 18-jährige erscheinen, jemand anderem eventuell wie eine 30-jährige. Hier hat die KJM alle Möglichkeiten den Paragraphen nach ihrem Ermessen auszulegen. Eine Falle! Ein weiterer Punkt ist die „geschlechtsbetonte Körperhaltung”. Hier kann man das Maß z.B. schon bei Werbefotografie anlegen. Hierzu sollte man die Kritik diverser Verbände lesen.

Abgelegt in Jugendschutz | 0 Kommentare

Jeevesguy, Googleguy und Co.

Der Beitrag wurde am 22. Februar 2005 von Oliver veröffentlicht

Ja ja, es scheint doch so langsam in Mode zu kommen, dass sich die größeren Betreiber von Suchmaschinen ein virtuelles Sprachrohr in die Webmasterwelt schaffen. Der Googleguy hat es vorgemacht, nun gibt es auch den Jeevesguy von der – bitte dreimal raten – Suchmaschine AskJeeves.com. Natürlich auch hier wieder mit einem eigenen Blog, so hat es Google ja bereits vorgemacht mit dem eigenen Googleblog. Say hello to Jeevesguy, der sich jetzt zu aktuellen Themen in seinem Blog äußern wird. Der Jeevesguy ist jedoch kein unbekannter. Vor seinem „Coming Out” postete er bereits in Foren wie Webmasterworld.

Jeevesguy

Abgelegt in Suchmaschinen | 0 Kommentare

KJM gerät in die Kritik verschiedener Verbände

Der Beitrag wurde am 22. Februar 2005 von Oliver veröffentlicht

Laut Heise gerät die KJM (Kommission für Jugendmedienschutz) vermehrt in die Kritik seitens verschiedener Online-Verbände. So melden sich jetzt der Bitkom und die FSM (Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia) mit einer Stellungnahme zum jüngsten Entwurf der KJM “gemeinsame Richtlinien der Landesmedienanstalten zur Gewährleistung des Schutzes der Menschenwürde und des Jugendschutzes” zu Wort. Nach Ansicht der Kritiker schieße die KJM mit diesen Entwürfen weit über den eh schon sehr umstrittenen JMStV hinaus. Weiterhin würden diese für Rechtsunsicherheit sorgen und zahlreiche Online-Geschäftsmodelle behindern. Auch die von der KJM geforderte face-to-face Kontrolle für Erwachseneninhalte wird durch Bitkom kritisiert. Die komplette Stellungnahme des Bitkom es hier als PDF zum downloaden.

Abgelegt in Jugendschutz | 1 Kommentar

u18.net erfolgreich an den Start gegangen

Der Beitrag wurde am 22. Februar 2005 von Oliver veröffentlicht

In der vergangenen Woche ist das neue Jugendschutzsystem u18.net an den Start gegangen und bietet eine laut eigenen Angaben “rechtssichere Lösung ohne Medienbruch oder eine Hardwarelösung” an. Das System setzt auf folgende Funktionsweise: Der Nutzer meldet sich auf der Website des Anbieters an und muss dabei u.a. Adress-, Personalausweis- und Kontodaten angeben. Diese werden dann seitens u18.net einer Kurzprüfung unterzogen. Der Benutzer erhält dann nach erfolgreicher Prüfung eine E-Mail mit einem Link zum Download der Surfsitter-Software und eine Freischaltungs-PIN. Mit dieser kann er die Software zur Hälfte entsperren. Die zweite PIN wird mittels einer Überweisung in Höhe von 1 Cent an den Benutzer übermittelt und ist auf dem Kontoauszug zu finden. Mittels dieser PIN kann die Software endgültig komplett freigeschalten werden und die Welt der Erwachseneinhalte steht für den Benutzer offen. Die Software der Cybits GmbH bietet noch weitere Jugendschutzfunktionen wie Positivlisten für kindgerechte Websites, etc.

Abgelegt in Jugendschutz | 0 Kommentare

Neue Google Toolbar in der Kritik

Der Beitrag wurde am 19. Februar 2005 von Oliver veröffentlicht

Vor 2 Tagen hat Google die neue Version (3.0) der unter Webmastern beliebten Toolbar zum Download bereitgestellt. Nur einen Tag nach der Veröffentlichung muss sich Google bereits heftiger Kritik seitens des Bloggerszene stellen. Dabei haben die Blogger die sogenannte AutoLink-Funktion im Visier, welche an die im neuen Internet Explorer geplanten SmartTags erinnert. Die Technologie findet bestimmte Inhalte auf Websites und verlinkt diese mit Angeboten von Google. Das Tool erkennt unter anderem Städte, ISBN-Nummern sowie Paketnummern und unterlegt diese mit Links zu Google-Maps oder der Google-Suche. Microsoft hat seine SmartTag-Technologie nach heftigem Protest wieder zurückgezogen. Doch worin begründet sich die Angst der Webmaster? Ganz einfach, Google macht sich mit der AutoLink-Funktion Inhalte zu eigen. Außerdem, wer kann garantieren, dass irgendwann neben den ISBN-Nummern oder Post-Adressen nicht auch z.B. Shops und andere Advertiser aus dem AdWords-Programm mit deren Keywords verlinkt werden? So würde man mit eigenen Inhalten quasi kostenlose Werbung für Google betreiben. Die Bedenken sind also durchaus berechtigt.

Abgelegt in Suchmaschinen | 0 Kommentare

Adult Webmaster News auf Eis gelegt

Der Beitrag wurde am 17. Februar 2005 von Oliver veröffentlicht

Das ist natürlich mehr als schade, die beliebten Adult Webmaster News in der Offline-Version zum mit in die Badewanne nehmen, sind vorerst auf Eis gelegt. Wann ob und wann es weitergeht, steht noch nicht fest. Das ließ zumindest Thomas Fürst heute im Jaginforum verlauten. Wie gerne man doch dieses Heft gelesen hat. Viele leicht bekleidete Damen, tolle Angebote und interessante News. Okay, manchmal waren die Bilder schon interessanter aber was soll’s? Immerhin war es das erste Print-Magazin ausschließlich für das Adult-Business! Das war schon eine enorme Errungenschaft! Und eben solche muss man doch hochhalten und darf sie nicht einfach so sterben lassen. Wir kennen die genauen Hintergründe nicht und lassen uns einfach mal überraschen, ob da noch was kommt. Wer für die schwere Zeit zur Überbrückung eine geeignete Alternative sucht, der ist mit der WebEline mehr als gut bedient. In welchem anderen Magazin bekommt man schon fast lebensgroße Abbilder vom Webmaster des Monats? Ja ok, aus dem Magazin von Netdebit, welches es aber auch nicht mehr gibt! Aus diesem Grund: Bernhard, wir fordern neben dem Bericht über den Webmaster des Monats auch einen Starschnitt zum ausschneiden für die heimische Webmasterbude! Wir brauchen einfach wieder richtige Vorbilder, zu denen wir allmorgentlich aufschauen können, die uns mal wieder so richtig gut motivieren und uns endlich aus der momentan Lethargie herausführen.

Abgelegt in Business | 1 Kommentar

URL-Hijacking prüfen und beseitigen

Der Beitrag wurde am 17. Februar 2005 von Oliver veröffentlicht

Das große Problem des URL-Hijackings in Verbindung mit Google macht schon seit geraumer Zeit die Runde. Zum größten Teil liegt die Problematik bei ganz normalen Linkkatalogen, welche entweder mit einer sogenannten Meta-Refresh oder 302-Weiterleitung auf eingetragene Seiten linken. Der Fehler liegt jedoch nicht bei den Betreibern der Kataloge, sondern vielmehr bei der Suchmaschine Google selbst. Google scheint der Bug wohl bekannt zu sein, jedoch nimmt man nicht öffentlich Stellung zu der Thematik. Auch auf Anfragen bei dem Support von Google bekommt man nur die allseits „beliebten” Standardantworten. Doch was passiert bei einem 302-Rediret eigentlich? Google rechnet – warum auch immer – den Content der verlinkten Seite der Seite zu, welche den Link gesetzt hat. Der Effekt ist der, dass a) die verlinkte Seite stark im Ranking abgewertet wird oder b) die verlinkende Seite auf einmal vor der verlinkten steht oder c) die verlinkte Seite komplett „entführt” wird. Bei Szenario c) wird die verlinkte Seite komplett aus dem Google-Index entfernt und die verlinkende Seite nimmt deren Platz ein. Wie kann man sich dagegen schützen? Gar nicht! Leider ist es so, man kann nichts dagegen tun „gehijacked” zu werden. Den Betreibern von Linkkatalogen ist es jedoch dringend zu empfehlen, vorhandene Umleitungen zu überprüfen und ggf. abzuändern. Eine gute Möglichkeit bietet der Service von About-Hijacking.org. Hier können Sie schnell kritische Weiterleitungen erkennen und ggf. ändern. Als Beispiel eine Weiterleitung unserer AWM-Resource.de (hier klicken). Von dieser Weiterleitung geht aufgrund eines 301-Redirects keine Gefahr aus. Interessant in diesem Zusammenhang ist die rechtliche Betrachtung des URL-Hijackings von RA Dr. Bahr.

Abgelegt in Suchmaschinen | 0 Kommentare

Googles NoFollow ist überflüssig

Der Beitrag wurde am 15. Februar 2005 von Oliver veröffentlicht

Der Meinung ist jedenfalls die breite Bloggergemeinde. Der neu eingeführte Tag rel=”nofollow”, soll laut Google Spam bekämpfen und minimieren. Insbesondere auf den sogenannten „Comment Spam” hat es Google dabei abgesehen. Der durch Google initiierten Aktion haben sich bereits Suchdienste wie MSN und Yahoo angeschlossen. Was „soll” dieses nofollow eigentlich bewirken? Der neue Attribut soll gleich mehrere Aufgaben auf einmal erfüllen: 1.) Mit dem nofollow Attribut gekennzeichnete Links werden von den Suchmaschinen-Spidern nicht verfolgt. 2.) Die so verlinkten Seiten werden nicht mit in die Berechnung des PR (PageRank) einbezogen. 3.) Der Alt-Text des Links ist nicht relevant. Die logische Folge soll nun die sein, dass derart verlinkte Seiten quasi keinerlei Vorteil durch den Link erfahren. Das hört sich so vielleicht ganz gut an, Spam in Blogs lohnt sich dann nicht mehr. Doch wie bei so vielen eigentlich guten „Erfindungen” gibt es auch hier Nachteile.

Diverse Anbieter von Blog-Software planen in kommenden Versionen und mittels Updates den neuen Attribut fest verankern. Dadurch wird der nofollow Attribut auf eine längere Sicht der natürlichen Verlinkung unter den Blogs schaden. Trackbacks werden quasi überflüssig im Sinne der Suchmaschinenoptimierung. Viele Blogger befürchten außerdem, dass die Suchmaschinen nun ein perfektes Mittel zur Hand haben um die vorderen Plätze von den Bloggern freizuhalten. Natürlich sparen sich die Suchmaschinen so auch die Arbeit effektivere Mittel und Wege gegen Spam zu entwickeln. Letztlich bleibt festzuhalten, dass dies sicherlich kein Allheilmittel gegen Spam ist und dadurch auch sicherlich keine Verringerung des Spamaufkommens stattfinden wird. Es ist ein zweischneidiges Schwert und man muss abwarten wie sich diese Neuerung zukünftig auswirken wird. Weitere Informationen erhält man unter no-nofollow.

Abgelegt in Suchmaschinen | 0 Kommentare
Nächste Seite »

Powered by WordPress - Valid XHTML and CSS. ^Top^