Abmahnung – 6000 Euro bitte

Der Beitrag wurde am 28. Oktober 2005 von Oliver veröffentlicht

Ist es nicht schön in unserem geliebten Deutschland, dem Land der Dichter und Denker und der nimmersatten Abmahnanwälte? Geld verdienen war besonders für den Berufszweig des Anwalts noch nie so einfach wie seit der kommerziellen Erschließung des Internets. Eine Kostennote hier, eine Kostennote inklusive Unterlassungserklärung da und schon ist der Lebensstandard für einen weiteren Monat gesichert. Dabei hatte die Abmahnung ursprünglich doch mal den Sinn gehabt, bei einem Rechtsverstoß dem Verursacher eine Rechtsbelehrung per Anwalt zu erteilen. Heute sind Abmahnungen aber eher ein gutes Geschäft, allerdings eines ohne Win-Win-Situation. Hier gewinnt nur der Abmahnanwalt und das nicht zu wenig. So auch in einem aktuellen Abmahnfall. Ein 17-jähriger Computer-Frak, der gerne auch mal an der eigenen Homepage bastelt, machte sich auf die Suche nach einem Hintergrundbild für seine Seite. Auf einer britischen Seite zum Thema „Free Wallpapers” wird er dann auch fündig. Alles schön eingebaut, nur sein Lieblings-Star fehlt noch. Auf einer Seite mit offenbar frei verwendbaren Star-Fotos wird er erneut fündig und bedient sich. Ein paar Tage später kommt dann schon ein Anwaltsschreiben. Wegen dem unrechtmäßig verwendetem Material wird ein Streitwert von 49.500 Euro festgelegt und der Junge soll 6.000 Euro Anwaltsgebühren bezahlen. Nun kann man sicher geteilter Meinung über die Verwendung des Bildmaterials sein, nur stellt sich wie immer die Frage, ob die Ursache die Verwendung dieser Waffen, die einzig und allein dem Anwalt zu Gute kommen, rechtfertigen. via Heise.

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