Selbstzensur und Informationsfilter

Der Beitrag wurde am 22. Februar 2006 von Oliver veröffentlicht

Seit knapp 8 Jahren bin ich nun einer dieser “Webmaster”. Damals wollte ich alles wissen, überall dabei sein, jeden kennen und natürlich immer und überall mitreden können. Dazu muss man mindestens in allen 3 wichtigen Business-Foren lesen und schreiben, ICQ haben und natürlich auch MSN und den Yahoo-Messenger (wobei Trillian natürlich alles in einem bietet). Täglich rufen dazu noch Kollegen an, um einem den neusten Klatsch und Tratsch in Kaffekranz-Manier zu erzählen. In meinem ICQ haben sich über die Jahre mehr als 600 Kontakte auf 2 Nummern angesammelt und irgendwie ist der Punkt gekommen, wo man sich ernsthaft fragen muss, welchen effektiven Nutzen das alles hat. So gut wie keinen natürlich. Die Hälfte des Tages verbringt man damit, irgendwelche Fragen oder belanglose, eher zwischenmenschliche Dinge im ICQ zu diskutieren. Dann klingelt zwischendurch ständig das Telefon im Büro und in den Foren, da liest man mehr zur Ablenkung anstatt zum Gewinn von Informationen mit Substanz und Relevanz für das eigene Business. Das Resultat ist ein zu 3/4 sinnlos und uneffektiv vergeudeter Arbeitstag.

So komisch das auch klingen mag aber hier ist eine Selbstzensur angesagt. Ich habe also alle nicht relevanten Kontakte aus dem ICQ gelöscht und den Rest auf Invisible gestellt. Die Zeitersparnis alleine durch diese Aktion macht schon mindestens 1-2 Stunden wertvoller Arbeitszeit aus. Gibt es wichtige Informationen, ist man natürlich noch erreichbar, jedoch fallen alle die Gespräche weg, die reine Zeitfresser sind und an deren Ende nichts hängen bleibt. Natürlich soll das Zwischenmenschliche nicht zu kurz kommen, jedoch muss es in einem gewissen Maß bleiben. Damals habe ich auch bis zu 1-2 Stunden damit verbracht, in diversen Foren zu lesen und auch zu schreiben. Der effektive Nutzen des lesens in den Business-Foren lohnt allerdings kaum diesen Zeitaufwand. Ich habe das Lesen auf 10-20 Minuten pro Tag und erst nach Feierabend eingeschränkt. In dieser Zeit ist genügend Raum sich mit den interessanten Informationen zu versorgen und zu wenig Zeit, sich mit dem anderen “Schrott” zu belasten. Der Gewinn an effektiver Arbeitszeit ist jedoch enorm.

Mal ganz abgesehen von der Arbeitszeit, die man zum Fenster rauswirft, hat man nach einer gewissen Zeit, die man mit diesem Informations-Overflow lebt, auch solch einen dicken und verstopften Kopf, dass es oftmals schwer fällt einen klaren Gedanken zu fassen oder befreit zu arbeiten. Erst heute fragte mich wieder ein Kollege, warum ich denn kein Skype habe. Er war total verwundert, konnte sich das gar nicht vorstellen. “Was für ein Hinterweltler”, wird der sich sicher gedacht haben. Aber noch so einen Zeitfresser? Nein Danke! Welche Kommunikationsmittel muss man denn noch haben? Telefon, Mail, Handy, ICQ, Skype, Trillian…

Ich kann jedem nur empfehlen, sich selbst ein wenig mehr zu beobachten, wie man mit wem kommuniziert und welchen Nutzen das alles hat. Das Resultat kann erstaunlich sein. Mehr Umsatz, mehr Effektivität, weniger Stress und einen freieren Kopf.

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1 Kommentar »

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  1. Gravatar of mario

    Kommentar von mario vom 27.2.2006

    stimmt.

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