Probeabos sind unter Umständen Betrug

Der Beitrag wurde am 31. Juli 2006 von Oliver veröffentlicht

Probeabos (oder Schnupper-Abos) sind ein (nicht nur) in unserem Business ein oft verwendetes Mittel, um Abschlüsse zu steigern und dem Kunden einen Einblick in das Angebot zu ermöglichen, bevor er sich für ein Monatsabo entscheidet. Manche Anbieter übertreiben das jedoch seit langem und informieren nicht genügend über den Fakt, dass sich die Probeabos nach Ablauf der Probezeit und ohne Kündigung in ein vollständiges Abonnement verlängert. Diese Info wird oft ganz tief in den AGB versteckt. Ein großer deutscher Paymentanbieter hat jetzt seine Händler darüber informiert, dass die Staatsanwaltschaft in diesen Fällen nun von vorsätzlichem Betrug ausgeht und diese Fälle auch entsprechend verfolgt:

“Nach erneuter, intensiver Prüfung der Sach- und Rechtslage ist die Staatsanwaltschaft München allerdings mittlerweile zu dem Ergebnis gelangt, dass diese Allgemeinen Geschäftsbedingungen unzweifelhaft gegen das Verbot überraschender Klauseln verstoßen und daher nichtig seien. Sollten in Zukunft weiterhin Forderungen aufgrund derartiger Allgemeiner Geschäftsbedingungen geltend gemacht werden, würde die Staatsanwaltschaft München I in Zukunft von Betrugsvorsatz ausgehen.” Wir weisen daher ausdrücklich darauf hin, dass sich bereits aus dem Anmelde- bzw. Eingabeformular klar ergeben muss, dass der Kunde einen Abonnement-Vertrag abschließt, der sich nach Ablauf der vereinbarten Probezeit (z.B. 3 Tage) automatisch zu einem dauerhaften, kostenpflichtigen Abonnement verändert, wenn dieser Vertrag nicht innerhalb des Probezeitraums durch Kündigung beendet wird.

Meiner Meinung nach der richtige Schritt, nur so kann man diese Krebsgeschwüre aus dem Netz entfernen. Wer seine Kunden nicht informieren möchte, der muss fühlen. Und wer seine Kunden nicht auf dem legalen Weg von seinem Produkt überzeugen kann und zu Monatskunden macht, der sollte eventuell überlegen ob dies das richtige Business für ihn ist. So einfach ist das. Ich frage mich allerdings, ob auch gegen die Pseudo-Abo-Dienste wie “Gratis SMS”, “Warenproben” und was es da noch so gibt, entsprechend hart durchgegriffen wird. Dort hört man ja immer wieder von den Staatsanwaltschaften, dass sich diese “noch am Rande der Legalität” bewegen. Kann ich nicht verstehen. Wer in 7 Punkt Schrift am Ende der Seite die Kosten von oft mehreren hundert Euro kommuniziert und mit “Gratis” wirbt, ist meiner Meinung nach ebenfalls ein Betrüger und kann nicht mit normalen Mitteln sein Produkt an den Mann / die Frau bringen.

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1 Kommentar »

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  1. Gravatar of Faule Tomate » Blog Archive » probeabos sind unter umständen betrug

    Pingback von Faule Tomate » Blog Archive » probeabos sind unter umständen betrug vom 29.11.2006

    […] … dass die staatsanwaltschaft in diesen fällen nun von vorsätzlichem betrug ausgeht und diese fälle auch entsprechend verfolgt: … ob auch gegen die pseudo-abo-dienste wie “gratis sms”, “warenproben” und was es da noch so gibt, …Lesen Sie mehr: probeabos sind unter umständen.. […]

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