Layer-Werbung: Good oder Evil?

Der Beitrag wurde am 17. November 2006 von Oliver veröffentlicht

Angeregt durch eine hitzige Diskussion, die gerade bei Gerald stattfindet, kam ich auf die Idee, auch mal meine Erfahrungen mit Layer-Werbung aufzuschreiben. Sponsoren für Layer-Werbung gibt es ja momentan einige. Die bekanntesten sind wohl Layer-Ads und SponsorAds. So um 2001 rum gab es noch zahlreiche PPC-Anbieter im Ero-Bereich, mit denen man eine alternative oder sogar hauptsächliche Einnahmequelle für Sites hatte, die sich nicht anders monetarisieren ließen. Mit der Zeit verschwand ein Anbieter nach dem anderen aufgrund von Klickbetrug und sinkender Margen vom Markt. Es kamen immer neue Werbeformen und Vergütungsmodelle wie Pop Ups und Pop Unders, die aber wegen neuer technischer Gegebenheiten (Popupblocker) auch fast komplett wieder verschwunden sind. Wohl aus dieser Not heraus kamen die Layer auf die Welt. Wo einem damals noch Pop Ups in regelrechten Salven um die Ohren flogen, sind es heute penetrante Layer, die sich frech vor den Content der Seite pressen, wie eine Art Türsteher und zu sagen scheinen: “Du bist hier nicht erwünscht, wenn du nichts kaufst!”

Wie oft ist mein Browser schon eingefroren, wenn mir wieder so ein Layer um die Ohren geflogen ist und mich zu einem IQ-Test, einem Liebestest überreden oder zum Fremdgehen ermutigen wollte? Unzählige Male! Ganz ehrlich und ohne lange um den heißen Brei zu reden: Die Dinger kotzen mich an und ich halte sie für die aufdringlichste Werbeform seit den Zettelverteilern, die einem jeden Samstag auf dem IKEA-Parkplatz die Windschutzscheibe mit dubiosen Angeboten für türkische Re-Re-Importfahrzeuge zumüllen! Punkt. Trotzdem habe auch ich mal meine Seele an einen Layer-Anbieter verkauft und die fliegenden Werbetafeln auf einen meiner Blogs geklatscht, mit fatalen Folgen, wie sich nachher herausstellte. Ich war wohl vom Geld geblendet, der zu erwartende Reichtum hat meine Ideale einfach mal bröckeln lassen. Das Blog war aufstrebend, mit 800 bis 1000 Besuchern pro Tag. Schon nach zwei Tagen Layer-Werbung schrumpfte die Leserschaft dramatisch. Einzig Google nahm mir die Werbung nicht übel und schickte weiterhin Besucher auf meinen Seelenverkäufer-Blog. Ein ums andere Mal flogen die Layer über die Bildschirme, bis von den 800 Besuchern im Schnitt nur noch 400 übrig waren. Die Stammleserschaft war weg, wahrscheinlich auf einem von Layern freien Blog.

Nach zwei Wochen hatte ich es geschafft, meine komplette Stammleserschaft zu vergraulen. Die tummelten sich wenn überhaupt noch in den Feed-Readern, ansonsten mieden sie mich und das Blog. Ich baute die Layer wieder aus, in der Hoffnung, sie geben mir eine Möglichkeit zur Resozialisierung. Geschlagene 4 Monate dauerte es, bis ich ihr Vertrauen zurückgewinnen konnte. Eine Odyssee. Für mich steht jedenfalls fest: nie wieder Layer! So schlecht kann kein Content sein, dass man Layer vorschalten muss.

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1 Kommentar »

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  1. Gravatar of gaycastle

    Kommentar von gaycastle vom 17.11.2006

    layer sind extrem nervig, eine ausgesprochen penetrante werbeform. beispiel: stern.de, ein artikel, welchen ich lesen möchte, ich klicke den link an, der gesamte text erscheint, ich starte mit dem lesen, es öffnet sich so ein dämliches teil, ich klicke die ganze seite weg. diese werbeform kann man sich wirklich nur leisten als seitenbetreiber, wenn der content die richtigen lottozahlen für das kommende wochenende enthält :-)

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