Blogs kaufen, verkaufen und bewerten

Der Beitrag wurde am 14. Februar 2007 von Oliver veröffentlicht

Ich habe mir in den vergangenen Tagen Gedanken gemacht, welche Maßstäbe man beim Kauf und Verkauf von Blogs ansetzen kann. Parallel dazu gab es heute auch zwei gute Artikel von Darren Rowse und Lorelle VanFossen. Meine Überlegung wurde dadurch ausgelöst, da ich im Begriff bin ein sehr gut besuchtes und exzellent verlinktes Blog zu übernehmen / kaufen. Das Tool “How Much Is My Blog Worth” dafür heranzuziehen, ist sicher genauso schlau, wie bei Domains Adresso zu nutzen. Also, welche Faktoren / Risiken sollte man in ein Angebot einbeziehen? Und kann man ein Blog überhaupt so bewerten wie eine normale Site? Ich denke da gibt es schon das erste Problem. Fangen wir mal mit den Links an. Kaufe ich eine normale, kommerzielle Website und ändere nicht viel daran, bleiben die Backlinks wahrscheinlich zu 99% bestehen. Ein Grund dafür ist aber auch mit Sicherheit der Umstand, dass niemand jede Woche oder jeden Monat seine Backlinks daraufhin kontrolliert, ob die Partner-Website immer noch den gleichen Inhaber hat. Am Ranking sollte sich also durch die Übernahme nichts gravierend verschlechtern. Bei Blogs sieht das schon ganz anders aus. Ein Blog ist ja oft wie ein Wohnzimmer des Autors. Er schaut eigentlich regelmäßig bei den verlinkten Blogs vorbei, hat sie wahrscheinlich sogar im Feedreader. Bei Blogs muss man also schon eher damit rechnen, dass viele Backlinks verloren gehen – zumindest zunächst, bis der neue Besitzer neues Vertrauen bei den ehemals verlinkten Blogs aufgebaut hat.

Der nächste Punkt sind die Einnahmen. Da sind wir ja schon bei dem größten Problem. Viele Blogs haben nur geringfügige oder gar keine Einnahmen. Wenn Einnahmen vorhanden sind, dann kommen die meistens von AdSense & Co. Die sind wiederum von Besuchern abhängig, die über Suchmaschinen auf das Blog gelangen, da Stammleser und User, die von anderen Blogs kommen, eher ein bescheidenes Klickverhalten an den Tag legen. Da beißt sich die Katze aber wieder in den Schwanz: Während eine normale Site durch zumeist solide Backlinks in den SERPs relativ stabil bleiben kann, sieht es bei den Blogs anders aus, wenn plötzlich mehr als 10% oder 20% der Links wegfallen. Ich habe in der Vergangenheit einige Blogs abstürzen sehen, nachdem der Inhaber gewechselt hat. Backlinks und Einnahmen kann man also nur schwer bewerten. Während ich bei normalen Sites die Formel monatlicher Umsatz * 8 bis maximal Umsatz * 12 ansetze, wäre es bei Blogs maximal monatlicher Umsatz * 3 bis monatlicher Umsatz * 6. Dazwischen hat man dann noch genügend Spielraum, um den Wert des Contents der Website in die Berechnung einzubeziehen. Den zu bewerten wird aber noch um einiges komplizierter.

Es gibt ja mittlerweile einige Anbieter / Agenturen, die gegen Geld Postings schreiben. Die Sätze liegen dafür zwischen 1,50 Euro und 10 Euro pro Posting. Weniger für News, mehr für einzigartige Artikel, wobei hier auch manchmal mehr gezahlt wird, wenn es wirklich große, gute und umfangreich recherchierte Artikel sind. Ich denke da kann man die Messlatte für den Content anlegen. Insgesamt gestaltet es sich aber schwierig, einen wirklich guten Preis für ein Blog zu ermitteln. Es gibt einfach viele Variablen, die alles aber nur nicht konstant sind.

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2 Kommentare »

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  1. Gravatar of Tim

    Kommentar von Tim vom 14.2.2007

    Das ist wirklich eine interessante Frage. Ich würde dabei zuerst die normalen Kriterien eines Projektkaufs berechnen. Alter der Domain, Seiten im Index, etc. die Backlinks würde ich je nachdem beurteilen was man mit dem Blog vorhat. Soll das Blog weiter ausgebaut und weiterhin mit gutem Content gefüllt werden, so werden die meisten Backlinks vermutlich bestehen bleiben. Als zusätzlichen Faktor sollte man dann die Feedabonennten einbeziehen. Gibt es hierfür keine Daten berechne ich diese Zahl aus den Bloglines Subscribers und gehe dann von einem 6% Marktanteil von Bloglines aus.

  2. Gravatar of Thomas

    Kommentar von Thomas vom 20.2.2007

    Für mich sind die Kriterien genau die selben wie bei jedem anderen Projekt. Für Mich zählt immer das Potential eines Projekts.

    Der Ist-Stand, wie Tim bereits gesagt hat ist wichtig und noch wichtiger ist der Soll-Stand bzw. was man damit erreichen will.

    Will ich das Blog nutzen um meine Ideen zu verbreiten oder eher um Geld damit zu verdienen. Diese Frage ist teilweise auch durch das Thema und die Vergangenheit des Blogs zu bestimmen.

    Dass man wirklich 20% aller Backlinks verliert, kann ich mir eher weniger vorstellen. Vielleicht der eine oder andere Startseiten Link von Partnerblogs dass wegfällt, was man aber schnell wieder aufholen kann.

    Den bisherigen Umsatz eines Webprojekts würde ich eher weniger als Ansatz hernehmen, zumindest bei einem Blog, da die sehr von der Optimierung der Werbungseinbindung abhängt.

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