AVS: Israel möchte Pornodatei mit biometrischen Daten

Der Beitrag wurde am 8. März 2007 von Oliver veröffentlicht

Wer als Adult Webmaster in Deutschland arbeitet, der weiß, dass Waffenhändler, Drogendealer und andere, kranke Personen vor dem Gesetz besser- oder gleichgestellt sind. Adult Websites sind die Wurzel des Bösen und gehören eben ordentlich verschlossen, deshalb gibt es in Deutschland ja auch die F2F-Pflicht (Altersverifikation per Postident). In Israel möchte man aber noch einen Schritt weitergehen. Diese Woche passierte ein neues Gesetz das Parlament, welches vorschreibt, dass Adult Websites nur noch per Fingerabdruck betreten werden dürfen. Grund dafür soll eine Studie sein, in der rausgekommen ist, dass 60 Prozent der 9 bis 18-jährigen bereits mit Pornographie im Netz konfrontiert wurden. Die Studie fand außerdem heraus, dass 44 Prozent der Eltern keinen Schimmer davon hatten, dass ihre Kinder diese Erfahrung bereits gemacht haben. J.D. Obenberger (Anwalt von XXXLaw) zu dem neuen Gesetzt: “Biometrische Daten können einfach gefälscht werden. Dabei ist es vollkommen egal, ob der Fingerabdruck oder die Netzhaut gescannt wird.” Das Fälschen hat zwar ein bisschen was von Mission Impossible oder James Bond, es ist aber möglich. Einfach einen Fingerabdruck nehmen (z.B. von einem Glas), in den Rechner Scannen und schon hat man eine Biometrische Datei eines Erwachsenen (Btw. ich hab’s ja nicht getestet, daher weiß ich auch nicht, ob das, was J.D. Obenberger da sagt, auch wirklich funktioniert).

Ich sehe da ganz andere Probleme. Der Zugang zu einer Adult Website ist heute schon um ein vielfaches komplizierter, als der zum Online-Banking oder anderen, sehr sensiblen Daten. Für das Adult Business in Israel würde das mit Sicherheit ein dicker Brocken werden (wie für uns F2F), schließlich müssten sich die Menschen irgendwo registrieren lassen, damit man die Abdrücke auch dem entsprechenden Erwachsenen zuordnen kann. Die Adult Websites müssen dann über eine Schnittstelle zu den Daten verfügen. So hätte man die erste Datei von Pornonutzern inklusive biometrischen Daten. Grausige Vorstellung, oder?

Dabei liegt das Problem doch ganz wo anders. Die Eltern interessieren sich einfach nicht dafür, was ihre Kids an ihren Rechnern treiben. Eltern könnten (wenn sie denn wollten) in wenigen Minuten ICRA und andere Filterprogramme installieren (kostenlos) oder einfach nur bestimmte Websites freigeben. Solche Gesetze schützen lediglich die Eltern vor ihrer Verantwortung. Verbote und irrsinnige Sicherheitsstufen machen das Material überhaupt erst für Kids interessant. Das ist einfach alles Pseudo-Jugendschutz.

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4 Kommentare »

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  1. Gravatar of Sazkia

    Kommentar von Sazkia vom 8.3.2007

    … oder es steckt genau das dahinter, eine Sammlung von potentiell irgendwann auffällig werdenden …

  2. Gravatar of Oliver Karthaus

    Kommentar von Oliver Karthaus vom 8.3.2007

    So weit mag ich gar nicht denken. Bisschen so wie in Minority Report, wo man schon für Dinge belangt wird, die man noch gar nicht getan hat, hm? ;)

  3. Gravatar of Gabriel

    Kommentar von Gabriel vom 8.3.2007

    Biometrische Daten können einfach gefälscht werden.

    Ja, es geht wie auch im Video dort zu sehen.

    Grausige Vorstellung, oder?

    Ja, da ist man ja über die hiesigen Zustände schon fast froh…

  4. Gravatar of Sazkia

    Kommentar von Sazkia vom 15.3.2007

    minority?

    So abwegig ist das ja nicht. Die zukünftigen e-Ausweise stemplen ja auch praktisch jeden zum möglichen Täter bit ihren biometrischen Datensammlungen.

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