Denunzianten aufgepasst! Die Pixel-Cops sind auf Streife

Der Beitrag wurde am 30. August 2007 von Oliver veröffentlicht

Manga Cops

China ist immer ganz vorne dabei, wenn es um Zensur und die Förderung des Denunziantentums geht. Pornographie ist genauso wie Kritik an der Regierung ein absolutes No-Go, schließlich wurden auch schon chinesische Kollegen wegen des Bertriebs einer erotischen Website zu lebenslanger Haft verurteilt. Man hat zensiert, gesperrt und geschmiert und trotzdem frönt das chinesische Volk noch der Lust im Cyberspace. Vor einiger Zeit hat das “Büro für Öffentliche Sicherheit” wohl das Web 2.0 mit seinem tollen Community-Gedanken für sich entdeckt und schickte zwei virtuelle Pixel-Cops auf den in China registrieren Websites auf Streife, die dort für Ordnung sorgen und Meldungen von chinesischen Denunzianten entgegennehmen sollen. Aktuell patroullieren Petz hi und Denunziant hi die beiden Cops (Jingjiing und Cháchá) nur auf den Portalen Soku und Sina, bis zum Ende des Jahres sollen die beiden aber überall im chinesischen Web anzutreffen sein. Und so soll das wohl funktionieren: Wer einen “verbotenen” Link, ein Bild oder Text auf der Website entdeckt, auf der er gerade surft, der klickt direkt einen der possierlichen Polizisten an, der gleich darauf seinen kleinen Strafzettel zückt und die Meldung freudig entgegen nimmt. Das ist Stasi 2.0 im Comic-Style und sieht echt knuffig aus. Noch nie war Anschwärzen so einfach. Das wäre sicher auch für unser kleines “Stasistan” interessant.

Abgelegt in Jugendschutz | 1 Kommentar

Offline vs. Online: Denn sie wissen nicht, was sie tun

Der Beitrag wurde am 22. August 2007 von Oliver veröffentlicht

Die Ankündigung des neuen “Jugendschutz”-Vereins “JuGuard e.V.”, der sich u.a. zum Ziel gesetzt hat, wieder für mehr Geld in den Kassen der “Offliner” zu sorgen, hat in den Adult Webmaster Foren für viel Wirbel gesorgt. Während sich einige Webmaster eingeschüchtert fühlen, planen andere schon an der passenden Antwort auf die Ankündigungen des Vereins. Mein Tipp: Ruhe bewahren! Schon viele haben versucht den “Onlinern” den Garaus zu machen, geschafft hat es keiner. Auch dieser Verein wird das nicht schaffen. Man möge mir die fehlende Objektivität in diesem Fall verzeihen, aber wer solch eine “Kampfansage” macht, der muss auch mit Gegenwind rechnen. Ich bezweifel selbst sehr stark, dass die Firmen, die dort mit in das Vereinsboot geholt wurden, sich der Tragweite überhaupt bewusst sind. Warum ich das denke? Ich gebe gerne ein Beispiel: Da gibt es Firmen, die mit ihrem Firmennamen für diesen Verein und Jugendschutz im Internet einstehen, auch bei möglichen Klagen. Produktionsfirmen. Deutsche Produktionsfirmen die auch in Deutschland sitzen. Bevor ich meinen Gedanken weiter spinne, muss ich noch mal das Vereinsziel in Erinnerung rufen: Man möchte Internetangebote aus dem Netz verbannen, die sich ohne Jugendschutz an deutsche Kunden richten und diesen Firmen so (Meinung des Vereins) für Umsatzverluste sorgen. Jetzt sage ich: Einige der Firmen leben selbst von diesen Internetangeboten und das nicht schlecht. Man muss sich nur mal die Produzentenliste von z.B. Hotmovies oder AEBN ansehen. Die richten sich aus den Staaten u.a. an deutsche Kunden (beide Anbieter haben eine übersetzte Version). Dort finden sich einige wieder, die ihre Filme dafür lizensieren und so mit jedem, der sich den Film ansieht, mitverdienen – 20% und mehr. Ich denke einfach mal, dass sich diese Firmen gar nicht darüber bewusst sind, wo sie da jetzt mir drin hängen.

Ein weiteres Vereinsziel ist die Bekämpfung von Piraterie. Da hat sicher niemand etwas gegen. Lassen wir uns einfach mal überraschen, die “Onliner” sind jedenfalls gerüstet.

Abgelegt in Jugendschutz, Rechtliches | 1 Kommentar

JuGuard e.V.: Die “Offline-Jugendschützer” blasen zum Kampf gegen die Onliner

Der Beitrag wurde am 20. August 2007 von Oliver veröffentlicht

juguardWas tut der Deutsche, wenn er selbst nicht weiterkommt? Genau, er gründet einen Verein. Die Offliner um den mittlerweile bekannten Herrn Grebenstein haben mit JuGuard e.V. einen “Verein zur Förderung des Jugendschutzes im Internet” gegründet. Damit bekommt der alte Kampf (der eigentlich keiner sein müsste) zwischen den Onlinern und Offlinern, der Old- und der New Economy, eine ganz neue Qualität. Unter dem Deckmantel des Jugendschutzes möchten sich die Offline-Unternehmen um Herrn Grebenstein und seiner Kirchberg Logistik GmbH um einen fairen Wettbewerb bemühen und für die Einhaltung der Jugendschutzbestimmungen kämpfen (natürlich mit der rechtlichen Keule). Der eine oder andere Webmaster wird sich nun zurecht fragen: “Herr Grebenstein und ein Verein für Jugendschutz im Internet?” Der Grund für die Verwunderung liegt sicher in der einstweiligen Verfügung gegen die Kirchberg Logistik GmbH wegen des ungeschützten Verbreitens von Pornografie an Minderjährige (Aktenzeichen: 327 O 389/07) vom Juni 2007. Natürlich – davon kann man ausgehen – geht es den Offlinern weniger um die Einhaltung des Jugendschutzes, sondern vielmehr um die eigenen, stark bröckelnden Umsätze im stationären Handel. Das Internet tut dem unbeweglichen Handel weh. Das zeigt auch ein Auszug aus der Satzung des Vereins, den man im vergrößerten Ausschnitt des linken Bildes nachlesen kann. Die Gründung dieses Vereins demonstriert eindrucksvoll die Unbeweglichkeit der Offline-Branche. Statt sich mit den Onlinern zusammenzuschließen um gegen die überzogenen Jugendschutzgesetzte zu kämpfen, möchte man sich wenigstens noch das eine oder andere schwimmende Fell sichern, indem man die Keule auspackt und Geld verbrennt. Natürlich wird das nicht funktionieren, dass werden die Leute um Herrn Grebenstein auch irgendwann merken. Hoffentlich früh genug, es wäre ihnen zu wünschen. Was wird diese Aktion unter dem Deckmantel des Jugendschutzes bringen? Man erwischt vielleicht einige Unternehmen, die bislang aus Deutschland gearbeitet haben und danach – wie viele vor ihnen – ins Ausland abwandern. Letztlich wird sich online gar nichts ändern, auch nicht durch 1000 Prozesse. Die verfolgten Onliner sind irgendwann alle im Ausland (ob real, über Maildrops oder andere Firmenkonstrukte) und der Verein hat seine Daseinsberechtigung mangels zu verfolgenden Klienten verloren. Die Offliner müssen jedoch in Deutschland bleiben. Was dann?

Abgelegt in Jugendschutz, Rechtliches | 7 Kommentare

Freundliche Drohungen

Der Beitrag wurde am 19. August 2007 von Oliver veröffentlicht

Gestern erhielt ich eine Mail eines sehr freundlichen Kollegen, der u.a. auch einen Shop betreibt und mir “rechtliche Schritte ersparen” möchte. Der Titel war mit “Markenrechtsverletzung” ziemlich vielversprechend. Zum Problem: Der Kollege schrieb, dass er die Marke “xyz sextoys” besitzt (xyz = ein englisches, gebräuchliches Wort) und bei diesem Suchbegriff u.a. eine AdWords-Anzeige von uns auftaucht. Damit würden wir sein Markenrecht verletzen. Bei der Mail handelt es sich zunächst um eine “freundliche Drohung”, jedoch würden rechtliche Schritte inkl. Schadenersatzforderungen folgen, wenn das so bleibt. Es ist natürlich so, dass wir für “sextoys” Anzeigen geschaltet haben und bei jeder Kombination, die man sich so konstruiert, (z.B. “alte sextoys”, “mittelalterliche sextoys”, “promi sextoys” oder was auch immer) die Anzeige erscheint. Ich schaute mal beim DPMA vorbei. Die Marke wurde erst vor einigen Tagen eingetragen und wird erst am 30.08.2007 veröffentlicht. Die Widerspruchsfrist läuft. Mal ganz davon abgesehen, dass man sowas auch mit weniger Bohei und einem freundlicheren Unterton regeln kann, finde ich schon, dass die Sache einen faden Beigeschmack hat. Manche melden Marken ja nicht unbedingt der Marke wegen an.

Abgelegt in Rechtliches | 8 Kommentare

Problem mit Outlook: Zwangsumstieg auf Thunderbird

Der Beitrag wurde am 15. August 2007 von Oliver veröffentlicht

Dabei handelt es sich noch um eine Nachwirkung meiner kleinen “Zwangspause“. In 4 Tagen haben sich gut und gerne 32.000 E-Mails (90% Spam) angehäuft, die alle zusammen abgerufen wurden. Als das nach 3 oder 4 Stunden erledigt war, hat sich Outlook mit einem schweren Ausnahmefehler ins Jenseits befördert. Nach und nach (Outlook lies sich immer für einige Sekunden öffnen, danach stürzte es ab) konnte ich die Mails sortieren und löschen. Als ich so einigermaßen für Ordnung gesorgt hatte, wollte Outlook aber immer noch nicht wieder richtig arbeiten. Beim Hochfahren von XP wird noch immer “32.000 ungelesene Mails” angezeigt, obwohl die in Outlook nicht mehr zu sehen sind. Jetzt komme ich natürlich auch nicht an viele aktive Korrespondenzen ran. Kennt da jemand eine Lösung? In der Zwischenzeit bin ich auf Thunderbird umgestiegen.

Abgelegt in Webmaster Trash | 8 Kommentare

Endlich wieder am Netz

Der Beitrag wurde am 8. August 2007 von Oliver veröffentlicht

So, hat dann doch ein wenig länger gedauert aber ich bin zurück unter den Lebenden. Wie erwartet war die Umstellung des Anschlusses bei der Telekom ein Desaster. Termine wurden nicht eingehalten, falsche Tarife wurden geschaltet und der Techniker, der die neue Telefonanlage einbauen sollte, tauchte gar nicht auf. Ich habe das dann selbst in die Hand genommen und jemanden beauftragt. Der Horror war die Einrichtung des W-LAN. Der Speedport der T-Com wollte irgendwie so gar nicht mit den Karten von Netgear, die in allen PCs eingebaut sind. Gerade mal 20% Signalstärke! Ich musste dann erst 2.4 GHz W-LAN Antennen kaufen, damit ich wenigstens auf 90% Signalstärke in den Büros komme. Na ja, das Schlimmste ist überstanden und jetzt kann ich mich endlich wieder weitaus interessanteren und freudigeren Themen widmen.

Abgelegt in Webmaster Trash | 2 Kommentare

Powered by WordPress - Valid XHTML and CSS. ^Top^