Stasistan 2.0: Richter vom Landgericht Frankfurt stehen nicht auf YouPorn und schwingen die Zensurkeule

Der Beitrag wurde am 20. Oktober 2007 von Oliver veröffentlicht

Die Kirchberg Logistik GmbH (die selbst wegen Verstößen gegen das Jugendschutzgesetz verurteilt wurde) hat wieder zugeschlagen! Wenn ich es nicht besser wüsste, dann würde ich denken, ich bin heute morgen in der DDR aufgewacht. Die Richter des Landgerichts Frankfurt scheinen gar keine Fans von YouPorn & Co. zu sein und haben eine einstweilige Verfügung gegen Arcor erlassen, die jetzt für ihre 2,4 Millionen Kunden das beliebte Feierabendprogramm für Männer jeden Alters sperren müssen. Noch wurde Arcor die Verfügung nicht zugestellt. Wollen wir mal hoffen, dass Arcor sich wehrt und nicht weiterhin mit dem Videotheken-Verein kuschelt. Die Auswirkungen wären nicht nur für Arcor äußerst unangenehm und führten direkt und ohne Umwege in eine totale Zensur auf Ebene der Zugangsprovider. “Wir wollen eine Klärung, keinen Krieg”, sagte Video-Buster-Geschäftsführer Mario Brunow. Den haben Sie schon, Herr Brunow.

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  1. Gravatar of BGH: Tobias Huch verliert und doch bleibt alles beim Alten – Adult Webmaster Blog

    Pingback von BGH: Tobias Huch verliert und doch bleibt alles beim Alten - Adult Webmaster Blog vom 20.10.2007

    […] BGH: Tobias Huch verliert und doch bleibt alles beim Alten Der Beitrag wurde am 20. Oktober 2007 von Oliver veröffentlicht Es kam in der Tagesschau und fast jede Zeitung hat über den Fall berichtet: Tobias Huch und Roland Bongartz werden in diesem Leben sicher keine Freunde mehr, das ist aber sicher nichts neues. Die Resisto IT GmbH (ehemals erodata, über18) und die Coolspot AG (xcheck) streiten sich seit ewigen Zeiten von Instanz zu Instanz. Jetzt war vorerst der Gipfel erreicht: der BGH. Es ging darum, ob eine Prüfung der Pesonalsausweisnummer in Kombination mit anderen Checks zur Altersprüfung ausreicht, oder ob es dann doch etwas mehr, wie zum Beispiel PostIdent, sein muss. Es kam wie es kommen musste: Bongartz und seine Coolspot AG haben gewonnen – vorerst. Auch wenn mir die komplette Urteilsbegründung noch nicht vorliegt, sind schon einige Details veröffentlicht worden. Bei der Argumentation von über18 wurde u.a. vorgetragen, dass ein so hohes Schutzlevel keinen Sinn mache, weil ungeschützte Angebote in Massen ohne Schutz frei verfügbar sind. Dem folgten die Richter nicht. Im Gegenteil: Die Richter sind der wahnwitzigen Auffassung, dass auch ausländische Seiten sich an die deutschen Gesetze zu halten haben, es den deutschen Behörden nur an Möglichkeiten fehle, diese rechtlich zur Rechenschaft zu ziehen. DAS kommentiere ich jetzt mal nicht, sonst rede ich mich noch um Kopf und Kragen. Was ist das Fazit? Es bleibt alles beim Alten, schließlich sind die meisten Unternehmen schon aus Deutschland weg. Xcheck macht durch das Urteil keinen Cent mehr Umsatz und Huch verliert eigentlich auch nichts. Die Firmen, die aus Deutschland operieren, halten sich entweder an die Gesetze oder verabschieden sich über Kurz oder Lang ebenfalls. Dann können ruhig alle Websites aus Deutschland heraus gesperrt werden und keiner interessiert sich mehr dafür. Mehr fällt mir dazu einfach nicht ein. Abgelegt in Jugendschutz | Tags: noneSoziales: del.icio.us | Mister Wong | yigg.de | digg.com […]

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