Droht den Tube-Sites richtiger Ärger?

Der Beitrag wurde am 20. Januar 2008 von Oliver veröffentlicht

Momentan prasselt allerlei Hagel auf Tube-Sites wie XTube, YouPorn & Co ein. Wie ich ja schon vor einigen Tagen schrieb, hat Vivid bereits Klage gegen Pornotube, einem Ableger der AEBN Inc., die selbst kommerzieller Anbieter im Business ist, eingereicht. Vivid klagt aber überraschenderweise nicht nur wegen des verletzten Urheberrechts, sondern auch wegen der 2257-Regelung, den Record keeping requirements. Im US Code: 18 USC 2257 geht es vereinfacht ausgedrückt darum, dass jeder Anbieter von pornografischen Websites die entsprechenden Dokumente, die das Alter der Models und die Herkunft der Fotos belegen, aufbewahren und für eventuelle Überprüfungen durch das FBI bereithalten muss. Aktuell ist es allerdings noch ein wenig umstritten, ob Portale wie YouPorn überhaupt unter diese Regelung fallen, da sie voraussetzt, dass man Kenntnis über jedes hochgeladene Bild oder Video hat und dies manuell freischaltet oder ablehnt. Ist dies nicht gegeben, und alles läuft völlig automatisiert ab (Vergleich Suchmaschinen und deren Haftung), müsste eventuell erst gehandelt werden, sobald man als Admin Kenntnis von Verstößen hat. Allerdings ist die Regelung so gut wie unmöglich für die Amateur-Portale zu erfüllen. Aber wie gesagt, ob die Tube-Sites überhaupt unter diese Regelung fallen, wird wohl erst der Prozess zwischen Vivid und Pornotube oder folgende Verfahren klären können.

Bei dem großen Thema Urheberrecht berufen sich alle Tube-Sites stets auf den DMCA (Digital Millennium Copyright Act), nach dem sie Rechteverletzungen erst dann entfernen müssen, wenn sie vom Rechteinhaber davon in Kenntnis gesetzt wurden. Das setzt natürlich auch voraus, dass die Betreiber vorher keine Kenntnis von eventuellen Verletzungen des Urheberrechts hatten. Gerade dieser Punkt darf bei vielen Tube-Sites jedoch stark bezweifelt werden. Erst vor einigen Tagen hat zum Beispiel XTube das Submitten von Videos durch registrierte Webmaster abgeschaltet, um möglichen Klagen von Produzenten vorzubeugen. In Zukunft sollen laut XTube nur noch vorab “geprüfte” Webmaster Videos submitten können. Gerade dieser Punkt könnte den Portalen jedoch die Immunität, die sie mit dem DMCA genießen möchte, kosten. Grund dafür ist der Eingriff des Betreibers, welche Inhalte durch die User auf der Tube-Site gepostet werden können und welche nicht. Der Betreiber wählt also ganz bewusst Inhalte aus und würde so den Schutz des DMCA verlieren und sowohl zivil- als auch strafrechtlich angreifbar werden.

Ich denke, dass in Kürze weitere Tube-Sites einen genaueren Blick auf die Submissions werfen werden, wenn sie es nicht sowieso schon tun. Sie haben die Wahl zwischen teuren Klagen wegen Rechteverletzungen und dem Verlust ihrer Immunität durch den DMCA . Was sich in Sachen 2257 ergibt und was sich daraus für Folgen für die Tube-Sites ergeben, bleibt abzuwarten.

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2 Kommentare »

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  1. Gravatar of Peter Lustig

    Kommentar von Peter Lustig vom 21.1.2008

    Toll, dann “verkauft” youporn seine Seite (s)einer (neu gegründeten) Offshore Firma ausserhalb der USA und das Problem ist gelöst…

  2. Gravatar of Adultbuster

    Kommentar von Adultbuster vom 14.3.2009

    Die Offhore Firma Idee ist gut, ich habe auch schon überlegt ob ich mir eine Seychellen Firma zulege und dann ein Deutsches Youporn schaffe ;-).

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