Audio-Storys bei Nischenthemen

Der Beitrag wurde am 27. Januar 2008 von Oliver veröffentlicht

Wie einige meiner Leser bestimmt schon bemerkt haben, konzentriere ich mich sehr gerne auf Ultra-Micro-Nischen (im Adult- und Non-Adult-Business), in denen ich so gut wie keine Mitbewerber vorfinde und die sich nicht immer auf den ersten Blick so einfach monetarisieren lassen. Gerade bei diesen schwierigen Themen wird mein Ehrgeiz so richtig geweckt. So auch bei einem Adult-Thema, das ich vor gut drei Jahren für mich entdeckte und sofort damit begann, es ausgiebig “zu bearbeiten”. Natürlich kann und will ich das Thema nicht nennen, aber zu dem Hauptkeyword finden sich gerade mal 30.000 Ergebnisse in der internationalen Suche von Google. Ich baute zu dem Thema eine komplette Community mit allem Drum und Dran auf, packte alles an Informationen und Content zu dem Thema in die Site, die ich nur bekommen konnte. Nachdem sie schließlich online ging, pendelten sich die täglichen Registrierungen zunächst bei rund 40 ein. Ich begann damit, so gut wie alles an Werbung auszuprobieren, was es nur gab, aber nicht funktionierte so richtig bei dem Traffic. Es gab auch nichts, was wirklich 100%ig zu dem Thema passen könnte. Expliziten Content zu dem Thema gab es einfach (noch) nicht.

Irgendwann kam ich dann auf die Idee, Audio-Storys zu produzieren, die sich eben um genau dieses Thema drehen würden. Ich unterhielt mich mit einigen Kollegen darüber, wollte deren Meinung zu meinem Vorhaben hören. Der Tenor war der, dass sie es für eine dumme Idee hielten, wer kauft heute noch Audio-Storys, es gibt schließlich Videos, Cams und Bilder? Ich wollte es trotzdem probieren. Ich strickte die Community um, baute ein internes Coin-System ein, das sich bequem über mehrere Zahlungsdienstleister oder per Vorkasse an mich aufladen lässt. Ich lies Storys zu dem Thema schreiben und suchte mir eine Sprecherin, die mir diese kostengünstig spricht. Nichts professionelles, ich wollte es schließlich erstmal testen. Die MP3s der Storys baute ich in die Community ein. Für einen bestimmten Betrag an Coins konnten die User die Storys downloaden. Umgerechnet kostet eine Story 2,20 Euro. Ein guter Preis für rund 10 Minuten Story. Updates sollte es wöchentlich geben.

Zunächst lief es nur schleppend an, pro Woche gab es vielleicht 4-5 Downloads. Mit wachsender Community und einem wachsenden Angebot an Storys (es waren dann irgendwann 30 verschiedene), stieg auch die Anzahl der Downloads an. Gestern (gute 1 1/2 Jahre nachdem ich die Idee hatte) wurde die 15.000ste MP3 runtergeladen. Sorry Jungs, aber es funktioniert doch ;-) Die Investitionskosten für die Storys beliefen sich übrigens auf rund 400 Euro (Sprecherin und Autor der Storys). Was ich damit sagen möchte: Man muss nicht jedem Trend hinterherlaufen und seinen Usern immer wirklich ALLES anbieten. Geld lässt sich auch noch mit den Basics, die es schon vor zig Jahren gab, verdienen.

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6 Kommentare »

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  1. Gravatar of Chris

    Kommentar von Chris vom 27.1.2008

    Hört sich spannend an, was du da schreibst. Kannst du dir erklären, warum solche Audio-Stories gerade bei Nischenthemen gut funktionieren sollten, bzw. im Adult-Bereich. Oder taugen diese bei anderen Themen auch?

  2. Gravatar of Stanley

    Kommentar von Stanley vom 27.1.2008

    Nicht übel :)

  3. Gravatar of TrustAdvert

    Kommentar von TrustAdvert vom 27.1.2008

    Sehr schöne Geschichte.
    Respekt deinen Einfallsreichtum, davon könnte ich etwas mehr gebrauchen.

  4. Gravatar of Ron

    Kommentar von Ron vom 29.1.2008

    Audio-Files sind nix anderes als neudeutsch hörbücher. Warum soll das nicht funktionieren (Chris)? Genauso funktionieren auch die Geschichten-Protale. Wenn die Stimme dann auch noch einigermassen verrucht ;-) klingt, dann wird daraus das, was es jetzt ist…

  5. Gravatar of Oliver

    Kommentar von Oliver vom 29.1.2008

    @Ron, nur ist es halt so, dass sich Hörbücher auf Adult-Sites in etwa so vekaufen, wie Brot von letzter Woche in der Bäckerei. Ich habe schon viel probiert, ob Amazon-Hörbücher (Erotik) oder spezialisierte Verlage, leider ohne Erfolg. Die Produktionen sind oft viel zu professionell, die Sprecher (auch die Weiblichen) erinnern mehr an ein Frettchen auf Speed als an Erotik, wenn es ans Eingemachte geht. Hier ging es mir aber explizit um eine Micro-Nische, die anders kaum zu monetarisieren ist.

  6. Gravatar of Ron

    Kommentar von Ron vom 29.1.2008

    Ich wollte mit meiner Meinung ja nur bestätigen, daß sowas funktionieren kann. Manchmal (nicht immer) ist weniger (Professionalität) eben mehr.

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