Verschiedene Sprachen = verschiedene Domains?

Der Beitrag wurde am 20. Februar 2008 von Oliver veröffentlicht

Wer seine Website – ich meine insbesondere Paysites – in der heutigen Zeit nicht internationalisiert, dem geht jeden Tag bares Geld verloren. Rein von der Übersetzung her ist so eine mehrsprachige Website relativ schnell und kostengünstig zu realisieren: Ein Übersetzungsbüro suchen (möglichst mit Muttersprachlern) und die Texte in die gewünschte(n) Sprache(n) übersetzen lassen. Eigentlich sollte die Website doch so für den internationalen Verkehr bereit sein, oder? Nein, denn was nützt eine in Spanisch, Italienisch, Holländisch, Englisch oder Portugiesisch übersetzte Site, wenn die Besucher, die die Sprache sprechen, fehlen? Suchmaschinenoptimierung ist angesagt! Das größte Problem dabei ist aber nicht etwa die Suche nach geeigneten Links, die Recherche von Keywords oder die Erstellung von gutem Content, sondern die Struktur der Website. Ein planloses Vorgehen kann da fatale Folgen haben, wir ich in der Vergangenheit schon am eigenen Leib erfahren musste.

Wie sollte man verschiedene Sprachversionen einer Website trennen?

Es wäre natürlich sehr einfach, für jede Sprache eine eigene Index-Datei zu erstellen und diese zum Beispiel index_en, index_es, usw. zu nennen und diese lokalisierten Dateien dann mit Links aus deren Sprachraum zu versorgen, wenn da nicht eine große Gefahr lauern würde: Google ordnet Websites anhand vieler Kriterien verschiedenen Ländersuchen zu. Ein Beispiel: Eine englische Website, die überwiegend eingehende Links aus dem englischen Sprachraum hat, wird logischerweise auch dem englischen Index zugeordnet und wird nur selten bis gar nicht in der internationalen Suche von beispielsweise Google.de angezeigt, es sei denn, man sucht explizit nach der Domain. Einen ähnlichen Effekt kann das auch bei internationalen Websites haben, die mehrere Sprachversionen unter einer Domain anbieten. Noch ein Beispiel: Man hat die Website nach dem oben genannten Modell erstellt und separate Index-Dateien für die verschiedenen Sprachen angelegt. Man beginnt mit dem Linkaufbau, baut aber vielleicht für eine oder mehrere der Sprachen verhältnismäßig viele Links auf. Jetzt kann es passieren, dass die Domain zum Beispiel zwar im spanischen Index bestens gelistet ist, wofür man viele Links eingesammelt hat, sie dafür aber im deutschen Index immer mehr unsichtbar wird, da Google die komplette Domain dem spanischen Sprachraum zuordnet.

Subdomains

Eine weitere Möglichkeit wäre die, dass man die verschiedenen Sprachversionen unter Subdomains anlegt (Beispiel: es.hauptdomain.com, fr.hauptdomain.com, etc.). Da Google Subdomains wohl noch wie eigenständige Domains ansieht, könnte der oben genannte Negativeffekt auf die anderen Domains ausbleiben. Mit ein wenig Programmieraufwand lassen sich auch mit Subdomains mehrere Sprachen mit nur einem Template verwalten.

Eigene Domains

Mit ein wenig mehr Aufwand verbunden ist die Lösung, die Sprachversionen wirklich strikt zu trennen und für jede einzelne Version eine eigene Domain anzulegen. Das ist zwar mit Sicherheit die sauberste, aber auch die aufwendigste Lösung von allen. Negative Effekte hat man dafür jedoch kaum zu befürchten. Es wäre natürlich unter Umständen unklug, die fünf Domains mit den verschiedenen Sprachversionen untereinander kreuz und quer zu verlinken. Nofollow oder ein Header-Redirect sollte das kleine Problem aber lösen.

Uneinigkeit bei den SEOs

Im Lager der SEOs ist man jedoch uneinig, welche denn nun die eleganteste Lösung für dieses Problem ist. In den bekannten Foren kommt die Frage, wie man es denn nun anpacken soll, in regelmäßigen Abständen auf. Ganz nach dem Motto “Wahrheit ist für alle da und jeder darf seine eigene haben”, hat natürlich jeder der Diskussionsteilnehmer seine Patentlösung. Bleibt die Frage, wie ihr es lösen würdet oder vielleicht auch schon langfristig erfolgreich gelöst habt?

Die beste Lösung für mehrere Sprachversionen:
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7 Kommentare »

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  1. Gravatar of Fritz

    Kommentar von Fritz vom 21.2.2008

    Der Artikel reißt das Problem bereits gut an, es gibt hier jedoch noch eine ärgerliche deutschsprachige Variante:

    Wird ein Angebot unter einer DE-Domäne geführt, wird es nicht gleichwertig in Österreich (AT) und der Schweiz (CH) gelistet.

    Google scheint dieses Verhalten erst in den letzten Monaten aufzubauen: Noch vor einem Jahr hatte ich auf einer DE-Domäne einen namhaften Anteil Besucher aus AT, heute kommt der Traffic zu fast 100% aus DE, trotz AT-Links.

    In den Google Webmaster-Tools werden DE-Domänen automatisch nur Deutschland zugeordnet. Also ein deutliches Plus für .net, .org oder .com-Domänen, wenn es um mehrsprachige Ansätze oder um die Verbreitung in einem weiteren deutschsprachigen Raum geht.

  2. Gravatar of Loewenherz

    Kommentar von Loewenherz vom 21.2.2008

    Das Problem von Fritz kann ich bestätigen. Ob allerdings .com-Domains eine Lösung darstellen? Ansonsten tendiere ich ganz klar zu eigenen Domains. Wobei die aufwändigste Lösung fehlt: Eigene Domains auf getrennten Servern in den entsprechenden Ländern…

  3. Gravatar of Oliver

    Kommentar von Oliver vom 21.2.2008

    @Loewenherz, die Idee fehlt hier, richtig. Ich praktiziere das zumindest bei rein englischen Sites, diese auf US-Racks auszulagern. Guter Punkt, danke!

    @Fritz, ja, ich habe die Erfahrung auch gemacht. Tests mit .at und .ch Domains zeigten, dass diese um ein vielfaches besser in den jeweiligen Ländersuchen ranken.

  4. Gravatar of Constantins Wochenrückblick 8/08: Hallo, jemand da? « Wochenrückblicke

    Pingback von Constantins Wochenrückblick 8/08: Hallo, jemand da? « Wochenrückblicke vom 26.2.2008

    […] Mehrsprachige Projekte: Ein wichtiger Punkt bei der Internationalisierung von Internetprojekten ist die Entscheidung über eine eigene TLD für jede Sprache oder eine zentrale, beispielsweise .com. Bei Oliver gibt es einen recht anregenden Artikel zu dieser Fragestellung, der leider zu keinem Ergebnis kommt. Deswegen hat Oliver dort eine kleine Umfrage gestartet, die momentan einen Trend zu eigenen TLDs erkennen lässt. Diese Meinung würde ich persönlich auch unterstützen. […]

  5. Gravatar of Ron

    Kommentar von Ron vom 4.3.2008

    >Subdomains wohl noch wie eigenständige Domains ansieht,<

    nicht immer bzw. nicht unbedingt (mal abgesehen von tofflinesubs…). Fliegt die Hauptdomain raus wegen sagen wir mal zu weit aus dem Fenster lehnen, dann sind gerne auch die Subdomains raus aus dem Fenster.

  6. Gravatar of dp

    Kommentar von dp vom 21.12.2008

    Frage
    Das ist eine interessante Diskussion, wir haben uns über das Thema desöfteren Gedanken gemacht. Hier mal folgende Frage die an den Kommentar von Loewenherz anknüpft: Wenn man für die jeweiligen Sprachversionen verschiedene Domains hat, die jedoch lediglich per Weiterleitung auf verschiedene Verzeichnisse beim gleichen Server/Webhoster verweisen, ist das dann trotzdem eine saubere und erfolgversprechende Trennung in obigem Sinne?
    Beispiel: Domain http://www.???.de leitet auf de/index.html, Domain http://www.????.com auf en/index.html etc. weiter. Welche Vorteile bietet eine Trennung auch auf Server- bzw. Webhosterebene?
    Zweite Frage: Würden bei einer Verlinkung der verschiedenen Sprachversionen untereinander nicht die Vorteile überwiegen, Kontext, Content etc.? Schließlich verweisen externe Links ja immer auf die ‘richtige’ Domain, also auf die Domain in der entsprechenden Sprache…

  7. Gravatar of SeoMatrix

    Kommentar von SeoMatrix vom 15.5.2011

    Nun betrachte man das mal so: Sub-Domains müssten wenn sie angelegt werden eine eigene Link-Struktur haben, unabhängig von der Hauptdomain.

    Abhänging vom Ranking der Top oder Sub Domain sollten sich aber durchaus synergie-effekte ergeben. schaut man sich einmal die vielen subdomains von sourceforge.net an, so findet man viele Domains im High PR Bereich Pr5++

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