Das war’s mit dem Porno-Filter von Arcor

Der Beitrag wurde am 18. September 2007 von Oliver veröffentlicht

Ich hätte nicht gedacht, dass die Selbstzensur von Arcor so hohe Wellen schlagen würde. Jetzt ist er wieder weg, der “Porno-Filter”, und die Arcor Kunden können wieder frei entscheiden, ob sie die betreffenden Websites besuchen oder nicht. Klasse, damit wären wir dem Iran und China wieder eins voraus! Es geht bergauf, oder? In Foren (u.a. beim Spiegel, Heise, Golem und anderen) haben sich unzählige Kunden von Arcor zusammengefunden, die sich bevormundet und für unmündig erklärt gefühlt haben. Viele haben sich direkt mit Arcor auseinandergesetzt, einige haben auch mit Sicherheit direkt gekündigt und so dem Telefonanbieter die Grenzen aufgezeigt. Warum die Sperre letztlich wirklich wieder aufgehoben wurde, wissen wohl nur die Verantwortlichen von Arcor selbst. Eine Vermutung wäre natürlich die, dass es ziemlich unglaubwürdig aussieht, wenn im Namen des Jugendschutz und auf Wunsch einer Firma aus dem Videotheken-Business, die selbst erst kürzlich wegen Verbreitung von Pornografie verurteilt wurde, gesperrt wird. Wer weiß das schon. Damit ist dieser Fall auch für mich – zunächst – erledigt.

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Neue Blamage für Video Buster: Tochtergesellschaft wegen Verbreitung von Pornografie verurteilt

Der Beitrag wurde am 17. September 2007 von Oliver veröffentlicht

Pulheim, den 17. September. Das Landgericht Hamburg (Az. 327 O 389/07) hat am 13.09.2007 die Kirchberg Logistik GmbH, Hannover, verurteilt, die Verbreitung von Pornografie im Internet an Minderjährige zu unterlassen. Damit bestätigte das Landgericht eine bereits im Juni auf Betreiben der Pulheimer CyberMaxx GmbH gegen Kirchberg ergangene einstweilige Verfügung. Das in Hannover ansässige Unternehmen hatte vor Gericht eingeräumt, in 21 Fällen ungeschützt an Minderjährige pornografische Inhalte verbreitet zu haben. Trotz dieser Tatsache hatte der Anwalt von Kirchberg eine „gerichtliche Entscheidung“ verlangt. Das Landgericht erteilte ihm diese ohne Umschweife. weiterlesen …

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Liebe Jungs von Arcor, wie kommt ihr aus der Nummer nur wieder raus?

Der Beitrag wurde am 11. September 2007 von Oliver veröffentlicht

Die Bevormundung von mündigen (und zahlenden) Netz-Usern hat nun einen Namen: ARCOR. Mittlerweile sind weitere Details zur ominösen Sperrung von unliebsamen Pornoseiten ans Licht gekommen. Es ist nicht so, dass Arcor eine einstweilige Verfügung erhalten hätte, auf dessen Basis die Sites hätten gesperrt werden müssen. Nein, Arcor hat gesperrt, weil A. Grebenstein (Kirchberg Logistik GmbH, sexyfilms.de) darum gebeten hat. Es wurden lediglich die einstweiligen Verfügungen vorgelegt, die gegen die gesperrten Websites erwirkt wurden. Der Vollständigkeit halber muss man aber wohl erwähnen, dass sich die Betreiber der Websites nicht gegen die einstweiligen Verfügungen gewehrt haben. Natürlich darf man auch nicht vergessen (und das vermisse ich ein wenig in der Berichterstattung in den Medien), dass die Kirchberg Logstik GmbH ebenfalls eine erhalten hat. Der Arcor-Vorstand begründet sein vorschnelles Handeln nun damit, dass die Sites ja “nach deutschem Recht illegal” wären und man “abwartet, bis die Angebote an deutsches Recht angepasst sind”. Komisch, oder? Schließlich hat man sich derzeit gegen die Sperrverfügungen vom Staat gewehrt, lässt sich aber jetzt von jedem Hinz und Kunz vor den Karren spannen. Genau das wird Arcor nun wohl zum Verhängnis werden: Aus gut unterrichteten Kreisen hört man, dass bei Arcor bereits eine Sondersitzung des Vorstands zu diesem Thema stattgefunden hat. Grund dafür ist mit Sicherheit die gewaltige Resonanz in den Medien, tausende Anfragen von empörten Kunden an den Support und sicher zahlreiche Kündigungen. Das ist auch gut so. In der Chefetage von Arcor hat man mit Sicherheit nicht mit solch einer Welle gerechnet, als man wohl ohne groß nachzudenken damit begonnen hat, Websites zu sperren. Wie kommt ihr da jetzt wieder raus? Ich wünsche mir: gar nicht. Jedenfalls wird es sich der Nächste wahrscheinlich besser überlegen, ob er sich als Mittel zum Zweck vor der Karren spannen lassen wird. Hoffentlich. Anbei mal ein kleiner Überblick über die Medien, die sich bereits mit dem Thema beschäftigt haben: Spiegel, Golem, Focus, Heise, ZDNet, Xonio, Express, Gulli und Die Welt.

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Sperrungen bei Arcor: Es war JuGuard

Der Beitrag wurde am 11. September 2007 von Oliver veröffentlicht

Wie die WELT ONLINE berichtet, handelt es sich bei dem “deutschen Unternehmen”, das Arcor zur Sperrung diverser Websites veranlasste, um die Firma Kirchberg Logistik GmbH (“Sexyfilms.de / Grebenstein“). Auch im Fall Arcor wurde wieder mit einer einstweiligen Verfügung gearbeitet. Damit sollten die Kunden von Arcor nun wissen, wem sie die Sperrung zu verdanken haben. Wie die Beobachter von WELT ONLINE, bin auch ich fest davon überzeugt, dass die Sperrung nicht lange Bestand haben wird.

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Sperrt Arcor Zugang zu Sexseiten?

Der Beitrag wurde am 10. September 2007 von Oliver veröffentlicht

So wie es aussieht, hat der Zugangsanbieter Arcor einige Seiten für seine Kunden zensiert gesperrt. Es gibt mehrere Berichte bei Heise, Gulli und auf anderen Blogs. Betroffen sind anscheinend die Websites von sex.com, youporn.com und privatamateure.com. Ich habe gerade mit mehreren Kollegen gesprochen, die das bestätigen können. Weder per Vodafone Handy, noch per Arcor DSL lassen sich die Sites aufrufen. Zwar löst der DNS auf, es geht jedoch nichts weiter. Auch betroffen sind wohl einige Foren im Usenet. Der Support von Arcor meint, dass es kein Problem gebe und natürlich auch keine Sperrungen. Ob wir das glauben sollen? Ich denke nicht. Ob das nun der erste Schritt in Richtung Zensur auf dem Providerlevel ist? Ich möchte es nicht glauben, zumal sich Arcor hier doch einen nicht zu unterschätzenden Vorteil (im Bezug auf das UWG) verschaffen würde, schließlich ist auch Arcor “im Business“. Dazu müsste man natürlich wissen, warum es zu einer solchen Sperrung gekommen ist – wenn es so ist. Vorauseilender Gehorsam? Druck? Wer weiß das schon. Bislang ist nichts bestätigt, daher muss man erstmal abwarten, aber wenn das so ist, dann sollte man seine Kunden auf den eigenen Websites über diesen Umstand informieren um diese Zustände einer möglichst breiten Masse zu vermitteln.

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Denunzianten aufgepasst! Die Pixel-Cops sind auf Streife

Der Beitrag wurde am 30. August 2007 von Oliver veröffentlicht

Manga Cops

China ist immer ganz vorne dabei, wenn es um Zensur und die Förderung des Denunziantentums geht. Pornographie ist genauso wie Kritik an der Regierung ein absolutes No-Go, schließlich wurden auch schon chinesische Kollegen wegen des Bertriebs einer erotischen Website zu lebenslanger Haft verurteilt. Man hat zensiert, gesperrt und geschmiert und trotzdem frönt das chinesische Volk noch der Lust im Cyberspace. Vor einiger Zeit hat das “Büro für Öffentliche Sicherheit” wohl das Web 2.0 mit seinem tollen Community-Gedanken für sich entdeckt und schickte zwei virtuelle Pixel-Cops auf den in China registrieren Websites auf Streife, die dort für Ordnung sorgen und Meldungen von chinesischen Denunzianten entgegennehmen sollen. Aktuell patroullieren Petz hi und Denunziant hi die beiden Cops (Jingjiing und Cháchá) nur auf den Portalen Soku und Sina, bis zum Ende des Jahres sollen die beiden aber überall im chinesischen Web anzutreffen sein. Und so soll das wohl funktionieren: Wer einen “verbotenen” Link, ein Bild oder Text auf der Website entdeckt, auf der er gerade surft, der klickt direkt einen der possierlichen Polizisten an, der gleich darauf seinen kleinen Strafzettel zückt und die Meldung freudig entgegen nimmt. Das ist Stasi 2.0 im Comic-Style und sieht echt knuffig aus. Noch nie war Anschwärzen so einfach. Das wäre sicher auch für unser kleines “Stasistan” interessant.

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Offline vs. Online: Denn sie wissen nicht, was sie tun

Der Beitrag wurde am 22. August 2007 von Oliver veröffentlicht

Die Ankündigung des neuen “Jugendschutz”-Vereins “JuGuard e.V.”, der sich u.a. zum Ziel gesetzt hat, wieder für mehr Geld in den Kassen der “Offliner” zu sorgen, hat in den Adult Webmaster Foren für viel Wirbel gesorgt. Während sich einige Webmaster eingeschüchtert fühlen, planen andere schon an der passenden Antwort auf die Ankündigungen des Vereins. Mein Tipp: Ruhe bewahren! Schon viele haben versucht den “Onlinern” den Garaus zu machen, geschafft hat es keiner. Auch dieser Verein wird das nicht schaffen. Man möge mir die fehlende Objektivität in diesem Fall verzeihen, aber wer solch eine “Kampfansage” macht, der muss auch mit Gegenwind rechnen. Ich bezweifel selbst sehr stark, dass die Firmen, die dort mit in das Vereinsboot geholt wurden, sich der Tragweite überhaupt bewusst sind. Warum ich das denke? Ich gebe gerne ein Beispiel: Da gibt es Firmen, die mit ihrem Firmennamen für diesen Verein und Jugendschutz im Internet einstehen, auch bei möglichen Klagen. Produktionsfirmen. Deutsche Produktionsfirmen die auch in Deutschland sitzen. Bevor ich meinen Gedanken weiter spinne, muss ich noch mal das Vereinsziel in Erinnerung rufen: Man möchte Internetangebote aus dem Netz verbannen, die sich ohne Jugendschutz an deutsche Kunden richten und diesen Firmen so (Meinung des Vereins) für Umsatzverluste sorgen. Jetzt sage ich: Einige der Firmen leben selbst von diesen Internetangeboten und das nicht schlecht. Man muss sich nur mal die Produzentenliste von z.B. Hotmovies oder AEBN ansehen. Die richten sich aus den Staaten u.a. an deutsche Kunden (beide Anbieter haben eine übersetzte Version). Dort finden sich einige wieder, die ihre Filme dafür lizensieren und so mit jedem, der sich den Film ansieht, mitverdienen – 20% und mehr. Ich denke einfach mal, dass sich diese Firmen gar nicht darüber bewusst sind, wo sie da jetzt mir drin hängen.

Ein weiteres Vereinsziel ist die Bekämpfung von Piraterie. Da hat sicher niemand etwas gegen. Lassen wir uns einfach mal überraschen, die “Onliner” sind jedenfalls gerüstet.

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JuGuard e.V.: Die “Offline-Jugendschützer” blasen zum Kampf gegen die Onliner

Der Beitrag wurde am 20. August 2007 von Oliver veröffentlicht

juguardWas tut der Deutsche, wenn er selbst nicht weiterkommt? Genau, er gründet einen Verein. Die Offliner um den mittlerweile bekannten Herrn Grebenstein haben mit JuGuard e.V. einen “Verein zur Förderung des Jugendschutzes im Internet” gegründet. Damit bekommt der alte Kampf (der eigentlich keiner sein müsste) zwischen den Onlinern und Offlinern, der Old- und der New Economy, eine ganz neue Qualität. Unter dem Deckmantel des Jugendschutzes möchten sich die Offline-Unternehmen um Herrn Grebenstein und seiner Kirchberg Logistik GmbH um einen fairen Wettbewerb bemühen und für die Einhaltung der Jugendschutzbestimmungen kämpfen (natürlich mit der rechtlichen Keule). Der eine oder andere Webmaster wird sich nun zurecht fragen: “Herr Grebenstein und ein Verein für Jugendschutz im Internet?” Der Grund für die Verwunderung liegt sicher in der einstweiligen Verfügung gegen die Kirchberg Logistik GmbH wegen des ungeschützten Verbreitens von Pornografie an Minderjährige (Aktenzeichen: 327 O 389/07) vom Juni 2007. Natürlich – davon kann man ausgehen – geht es den Offlinern weniger um die Einhaltung des Jugendschutzes, sondern vielmehr um die eigenen, stark bröckelnden Umsätze im stationären Handel. Das Internet tut dem unbeweglichen Handel weh. Das zeigt auch ein Auszug aus der Satzung des Vereins, den man im vergrößerten Ausschnitt des linken Bildes nachlesen kann. Die Gründung dieses Vereins demonstriert eindrucksvoll die Unbeweglichkeit der Offline-Branche. Statt sich mit den Onlinern zusammenzuschließen um gegen die überzogenen Jugendschutzgesetzte zu kämpfen, möchte man sich wenigstens noch das eine oder andere schwimmende Fell sichern, indem man die Keule auspackt und Geld verbrennt. Natürlich wird das nicht funktionieren, dass werden die Leute um Herrn Grebenstein auch irgendwann merken. Hoffentlich früh genug, es wäre ihnen zu wünschen. Was wird diese Aktion unter dem Deckmantel des Jugendschutzes bringen? Man erwischt vielleicht einige Unternehmen, die bislang aus Deutschland gearbeitet haben und danach – wie viele vor ihnen – ins Ausland abwandern. Letztlich wird sich online gar nichts ändern, auch nicht durch 1000 Prozesse. Die verfolgten Onliner sind irgendwann alle im Ausland (ob real, über Maildrops oder andere Firmenkonstrukte) und der Verein hat seine Daseinsberechtigung mangels zu verfolgenden Klienten verloren. Die Offliner müssen jedoch in Deutschland bleiben. Was dann?

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